Hintergrundinfo

Eindrücke und Hintergrundinfos zur Weltumrundung mit dem PC-12

Wie kommt  man auf die Idee, am Computer und mit dem Flugsimulator eine Weltumrundung nachzufliegen?

Bei mir kamen da verschiedene Komponenten zusammen. Zum einen wusste ich von Amelia Mary Earhart die in den 1930er Jahren eine sehr bekannte Flugpionierin war. Ich wusste von ihrem Weltumrundungsflug in den Anfangszeiten der Fliegerei. War fasziniert, als ich von Amelia Rose Earhart und ihrem Vorhaben hörte, diesen Flug noch einmal zu machen und zu vollenden. Als PC-12 Fan freute es mich sehr, dass eine PC-12 NG dazu gewählt wurde. Zum andern flog ich am PC schon den PC-12 vom Softwarehersteller „Flight1“. Ich finde, dass dieser PC-12 sehr gut umgesetzt und sehr  schöne ist. Bei diesem Hersteller ist auch eine Cargo Version mit dabei. Leider gibt es keine PC-12 NG Version. Auch der Softwarekonkurrent Carenado bietet nur das ältere Model an.

 

Über Afrika

 

Die Idee

Am Internet und den Social Medien verfolgte ich die Flüge vom Amelia Project und die Beiträge von Amelia Earhart. Da ich am PC noch nie eine Weltumrundung geflogen bin, gab das den Anreiz die Route von Amelia  mit dem PC-12 nachzufliegen.

 

Die Vorbereitung

Den Flug wollte ich in der entsprechen Bemalung des PC-12 von Amelia durchführen. Da diese Bemalung zur damaligen Zeit nicht zu finden war, erstellte ich diese selber.

Über die Routen und die Zielairports gab es im Internet gute Angaben von Amelia. Da ich mit meinem PC-12 noch nie so grosse Distanzen geflogen bin, wusste ich nicht, wie genau er Spritverbrauch gegenüber dem Original Flugzeug war. Im Originalflugzeug wurde ein Zusatztank eingebaut um die grossen Distanzen fliegen und auch genügen Reserve für einen Ausweichflugplatz zu haben. Glücklicherweise waren die ersten Distanzen noch in einem Bereich die nicht problematisch waren. So konnte ich Erfahrungen über den Verbrauch sammeln. Eine weitere Frage galt meinem PC. Schafte er es, über mehrere Stunden zu fliegen?  Mein PC ist noch ein älteres Modell und hat einen Intel Core i5 CPU und 8.00 GB Arbeitsspeicher. Mit meinen bisherigen Erfahrungen konnte ich davon ausgehen, dass es gehen sollte. Ein weiterer Punkt war die genaue Flugroute mit allen Wegpunkten. Diese hatte ich nicht vollständig für alle Flugrouten. Das andere Problem war, das der FSX nicht alle Wegpunkte kennt und der Flight1 PC-12 am besten mit den FSX-Daten funktioniert. So habe ich die Flugrouten so gewählt, dass sie möglichst nahe dem Original entsprechen, aber wo nötig bin ich auf FSX Route ausgewichen. So war es möglich den ganzen Weg, mit dem Autopiloten zu fliegen.

Aus Zeitgründen war es mir nicht möglich,  nach dem Tagesplan von Amelia Earhart zu fliegen. Ich habe ja auch noch einen Job. So musste ich die Flüge in grösseren Abständen fliegen.

 

Die Flüge

Für die Flüge wollte ich das EFB, Electronic Flight Bag von AivlaSoft einsetzten. Da erlebte ich aber auch Überraschungen. Obwohl ich die Daten immer update, musste ich feststellen, dass nicht alle für mich wichtigen Airports mit den nötigen Airportdaten hinterlegt sind. Bei den kleineren Airports in Afrika oder Asien ist das ja noch verständlich, dass aber auch beim Airport Oakland die Daten nur mangelhaft sind etwas weniger. Da habe ich dann im Internet die nötigen STAR-Daten gefunden. Trotz den langen Flügen war es mir wichtig, die Flüge in Realzeit zu fliegen. Also ohne Veränderung der Geschwindigkeit die es ja im FSX gibt. Die Flüge wollte ich auch dokumentieren. Zum einen mit den Printscreens und zum andern  mit Electronic Flight Bag und dem FS Logbook Editor. Als Erinnerung für mich und auch für alle Interessierten, auf dieser Webseite.

 

Die Airports

Die Flüge von Amelia Earhart führten teilweise für mich auf unbekannte Airports. Diese waren aber im FSX als Piste und Airports vorhanden. Einen Airport suchte ich aber vergebens. SBSG in Brasilien. Der „Sao Goncalo Do Amarante Gov Aluizio Alves International“ in Natal gab es nicht. Keine Piste, kein Gebäude, einfach nichts. Dieser wurde erst nach der Entwicklung vom FSX erbaut. Für diesen Flugplatz gibt es auch keine Freeware Scenery bei den bekannten Anbieter. Christian „Flattermann“ vom ILS Forum bot mir deshalb an, eine Piste und eine kleine Scenery von SBSG zu erstellen. Herzlichen Dank an Christian!

 

Airbort Natal

Airport SBSG in Natal, Brasilien

 

Für einige Airports gibt es sehr schöne Payware Scenerys. Nicht alle habe ich mir angeschafft für diese Weltumrundung. Eine die kurz vor meinem Flug erschien, war Kilimanjaro, HTKJ in Tanzania. Diese finde ich so schön, dass ich sie mir für diesen Flug gekauft habe.

 

Von andere, auch grösseren Airports, gibt es zu meiner Zeit  keine Sceneryen. So zum Beispiel von Singapore Seletar, WSSL, Darwin, YPDN in Australien oder auch LAE, AYNZ in Papua New Guinea. Auch Oakland ein grosser Airport in den USA gibt es noch nicht. Das wäre doch etwas für Scenery Entwickler?

Die Flugplätze die ich auf dieser Weltumrundung anflog, waren für mich alle neu. Wo verfügbar habe ich mir die Anflugkarten angesehen und mich vorbereitet. Die Landungen waren dann aber doch die erste Landung auf diesen Flugplätzen. Der Puls ging dann meist schon etwas höher. Ich wollte ja schliesslich die Flüge mit einer guten und schönen Landung beenden.

 

Anfangs führten die Flüge noch über Festland. Von Miami nach Tobago ging der Flugweg dann weitgehend über das Meer. Der grösste Teil der Flüge führte bei dieser Weltumrundung über das Meer. So sah ich oft oben Blau unten Blau oder auch Oben bewölkt und unten bewölkt. Eindrücklich für mich war der Flug quer über Afrika, von Sao Tome nach Kilimanjaro. Aus dieser Höhe sah ich zwar keine Elefanten oder Giraffen, aber fast endlose Flächen mit Urwald. Auch wenn der Flug am PC stattfand, so stellte ich mir doch vor, wie das wohl real sein würde. Immer wieder versuchte ich die Flüge möglichst real auf mich wirken zu lassen. Die grossen Distanzen flog ich wie real, mit dem Autopiloten. Da ich gegen Osten flog, war es infolge der Zeitverschiebung am Zielflughafen immer schon später, als das von der Flugzeit her zu erwarten war. So musste auch die Zeitverschiebung bei der Routenplanung einbezogen werden. Für einige Flüge reichte es dann noch, vor Sonnenuntergang am Airport einzutreffen. Einer der schönsten Landungen, für mich war auf dem Airport Kilimanjaro. Der Flugplatz in der Endlosen Steppe von Afrika, das Sonnenlicht und die ganze Stimmung mit dem schönen Flugplatz.

 

Da ich mit möglichst realem Wetter flog, waren die Flüge auch vom Wetter her immer wieder Spannend. So gab es auf dem Flug nach Afrika, nach dem Abflug in Natal, Brasilien in der Ferne Gewitter. Dafür war die Beleuchtung und die Wetterstimmung oft wunderschön.

 

Nach dem langen Flug von Brasilien nach Afrika schlug mir das Herz schon etwas stärker, als am Horizont die Küste von Afrika und Dakar auftauchte. Ein weiterer Höhepunkt war dann auch der Anflug auf die Malediven. Mitten im Meer diese wunderschönen Inselgruppen.
Für den Airport Seletar in Singapur fand ich keine Airportdaten. Der Anflug musste ich ganz nach Augenmass und mit der Unterstützung der „Papi“ Landehilfe machen.

 

Eine besondere Herausforderung stellte der Airport Nadzab in Lea, auf Papua New Guinea dar. In Papua New Guinea ist als Folge des Klimas oft mit Bewölkung, Dunst und Nebel zu rechnen. Schon über der Insel flog ich über oder in den Wolken oft nahe an den Bergen. Beim Anflug tauchten wir ganz in Wolken und Nebel ein. Bei der Entscheidungshöhe war nichts zu sehen als Nebel. Soll ich den Ausweichflugplatz anfliegen oder noch mal eine Runde Fliegen und hoffen dass es dann besser ist. Es galt auch den Treibstoff im Auge zu behalten, damit es dann wenn nötig noch reichen würde bis zum Ausweichflugplatz. Dabei ist zu rechnen, dass das Wetter dort auch nicht sehr viel besser war. In diesem Gebiet wechselt die Wettersituation oft sehr rasch. Wie muss es wohl einem realen Pilot in einer solchen Situation gehen? 

Bei meinem zweiten Anflug war es dann leicht besser, so dass ich in Nadzab wie geplant landen konnte.

 

Airport Nadzab, LAE

Der Airport in Lea ist im Zusammenhang mit Amelia Earhart ein schicksalhafter Ort. Es war der letzte Aufenthalt von Amelia Mary Earhart im Jahr 1937. Hier startete Amelia am 2.Juli 1937 zu ihrem geplanten 21 Stundenflug zu der Howland-Insel, wo sie leider nie ankam. Als ich nach meiner Landung hier auf dem Airport Nadzab war, habe ich im Buch „Amelia Earhart der Traum von grenzenlosen Freiheit“ dieses Kapitel ein weiteres Mal gelesen.

 

Auf Howland kann man heute nicht mehr landen. Amelia Rose Earhart flog deshalb auf ihrem Flug im Jahre 2014 von hier zuerst nach Bonriki und dann direkt nach Cassidy auf den Christmas Inseln. Deshalb flog ich auch diese Route. Auf dem Weg nach Cassidy wurde die Route so gewählt, dass sie an der Howland Insel vorbei führte. Ich wusste nicht, ob es die Howland-Insel im FSX und Global Ultimate überhaupt gab. Diese Insel ist ja wirklich klein. Ich flog deshalb mal den Kurs und hoffte diese Insel zu finden. Zu meiner Überraschung und Freude ist sie im FSX wirklich vorhanden. So wie sie auch auf dem Foto von Amelia Rose zu sehen ist.. Hier befindet sich auch die Datumsgrenze. Man ist plötzlich wieder in der Vergangenheit. Mit dem Überfliegen der Zeitzone ist es einen Tag früher als bei unserem Abflug. Man ist schon am Zielflughafen angekommen, bevor man am Startflughafen abgeflogen ist. Erstaunlicherweise wurde auch das vom FSX und dem PC-12 perfekt dargestellt und das Datum schaltete auf dem Display des PC-12 zurück.

 

Überflug der Howland Insel

 

 Die Howland Insel im FSX und real

 

Überflug DER Howland Insel, REAL

 

Amelias Flug 1937

Auf meinen Flügen wurde mir noch viel stärker die Leistung von Amelia Mary Earhart bewusst. Mit der Electra (Lockheed Modell 10) stand Amelia für damalige Zeit ein sehr modernes und gut instrumentiertes Flugzeug zur Verfügung. Im Vergleich zu heutigen Cockpits, so wie sie beim PC-12 NG eingebaut ist, war die Electra aber sehr einfach ausgerüstet. Für die Navigation flog ihr Navigator mit, der anhand von Sonne, Sterne, Kompass und Flugzeit den Standort ermittelte. Das auch bei unterschiedlichen Winden. Unterstütz wurde das noch mit gelegentlichen Funkpeilungen. Damals den Flugweg über so grosse Distanzen richtig zu bestimmen war an sich schon eine Glanzleistung. Die PC-12 NG ist, wie auch die meisten Flugzeuge heute, mit modernsten Navigationsinstrumenten ausgerüstet. Die genaue Position ist immer bekannt. Flugzeiten bis zum nächsten Navigationspunkt und vieles mehr werden genau angezeigt. Auch in meiner PC-12 konnte ich mich auf die Informationen des Cockpits und das Garmin 430, Garmin 530 GPS verlassen. Der Autopilot hielt das Flugzeug auf Kurs, egal wie oft die Richtung änderte und brachte mich zum gewünschten Flugplatz. Das alles hatte Amelia 1937 nicht. Trotzdem hat Amelia die Weltumrundung fast geschafft. Es fehlte eigentlich nur noch ein „kurzes“ Stück. Amelia startete ihren ersten Versuch in der Gegenrichtung und flog bis Hawaii. Hier verunglückte sie beim Start, so dass das Flugzeug repariert werden musste. Der zweite Start ging dann Richtung Osten. So gesehen fehlte nur das Stück von Lae bis nach Hawaii. Der Erfolg der Weltumrundung hätte ich ihr sehr gegönnt!

Amelia Mary mit der Electra

Amelia Mary Earhart mit der Electra

 

 

Amelias Flug 2014

Inzwischen gelang schon verschiedenen Piloten eine Weltumrundung. Einige sind aber auch gescheitert. Auch bei der Weltumrundung von Amelia in unserer technischen Zeit, war nicht automatisch ein sicherer Erfolg garantiert, sondern hatte auch Risiken. Die Mitarbeit von Pilatus hatten vieles zum Gelingen beigetragen.  Zum einen ist der PC-12 NG ein zuverlässiges Flugzeug. Aber auch das  Pilatus Team im Hintergrund mit allen Planungen und Vorbereitungen und das Team von Honeywell und weiteren Firmen haben zum Erfolg viel beigetragen. Am Schluss muss es auch umgesetzt und geflogen werden. Das ist Amelia, und ihrem Copiloten, dem Werkpilot von Pilatus USA, Shane Jordon gelungen. Das ist ein viel grösserer Erfolg für Amelia als man allgemein so denkt.

 

Feiern nach der Landung in akland

Kleine Feier mit einem Teil des Teams nach der vollendeten Weltumrundung

 

Meine Schlussetappe

Mit dem letzten Flug von Honolulu zurück nach Oakland näherte sich meine Weltumrundung den Ende. Mit der Golden Gate Bridge von San Franzisco wird mir bewusst, die letzten Minuten Flug trennen mich bis zur Landung in Oakland und dem Ziel der Weltumrundung.

 

Rollen zum Parking

 

Zurück in Oakland nach der vollendeten Weltumrundung

 

Zurück in Oakland, reale Foto

 

Inzwischen liegt der Flug schon ein paar Tage zurück. Viele schöne und tolle Eindrücke und Erlebnisse konnte ich auf diesen Flügen erleben. Ich freue mich, dass ich es geschafft habe und diese Weltumrundung gelungen ist. Viel sehr schöne Erinnerung bleiben.
Da ich meine Flüge mit meinem Job, der Familie und meinen Freitagen koordinieren musste, dauerte die Umrundung über ein Jahr. Ich hatte am Anfang ein Ziel, einen Traum und es ist nicht beim Traum geblieben.

 

Foto Amelia Mary Earhart 1926

 

 

Hans-Ruedi Maibach

 

Verwendete Tools und Scenerys

  • Flight Simulator FSX von Microsoft

  • PC-12 von Flight1, Textur von maibach-design.ch

  • EFB, Electronic Flight Bag von AivlaSoft

  • Aerosoft, NavDataPro

  • Flight Simulator Logbook Editor

  • FS Global Ultimate, alle Erdteile

  • Payware Scenery: LatinVFR, Crown Point Tabago TTCP

  • Payware Scenery: Aerosoft, Kilimanjaro Airport 2015 HTKJ

  • Payware Scenery: Aerosoft, Maldives X – The Malé Atolls VRMM

  • Payware Scenery: FSDremteam, Honolulu INTL PHNl

  • Freeware: Natal, SBSG von „Flattermann“

Über den Briefbutton oben, können Sie mir auch eine kurze Nachrichten im Betreff schreiben. Fügen Sie beim E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ein. Über einen kurzen Kommentar freue ich mich.

Electra, Golden Gate Bridge

 

San Francisco

PC12, bei Golden Gate Bridge, FSX

 

 

 

 

 

17 Honolulu - Oakland

Honolulu Intl. PHNL - Metro Oakland Intl. KOAK

Nun steht schon der letzte Flug der Erdumrundung an. Es geht heute nach Oakland, unserem Startairport.  Es wird auch der längste Flug sein. Flugzeit um die 12 Stunden. Davon 5 1/2 Stunden in der Nacht. Unser Ziel ist,  um ca. 15:30 Uhr in Oakland anzukommen. Dabei müssen wir auch die 2 Stunden Zeitverschiebung einrechnen. Das bedeutet, dass der Start in Honolulu um ca. 01.30 Uhr Ortszeit erfolgen muss. Ausweich- und Notlandeplätze wird es nur ganz am Anfang des Fluges geben. Bis jetzt gab es aber mit dem PC-12 auf allen Flügen keine Probleme. Dieses Flugzeug ist bekannt für seine Zuverlässigkeit.

Der PC-12 und alle Vorbereitungen sind abgeschlossen und es geht zur Piste 04R.

Rollen zum Start

Karte RWY04

Noch einmal kurz durchatmen und dann geht's los.  Um 01:21 Uhr heben wir ab.

Bereit zum Start

Abheben

Blick auf die beleuchtete Stadt

Inzwischen ist es 3:06 Uhr. Schon den ganzen Flug haben wir zwischen 14 -16 Kts Gegenwind fast direkt auf den Probeller.

nachtflug

Abflug STAR PALAY-MOLOKAI dann auf V15. Die letzten Inseln, bevor es dann auf den weiten Weg übers offene Meer geht.

V

Kurz vor 7:00 Uhr, der erste Lichtschimmer am Horizont.

Erste kleine Dämmerung

Sehr schnell wird es heller. Es ist ein wunderschönes Ereignis, das mich immer überwältigt und beeindruckt.

Dämerung

Sonnenaufgang nach einem langen Nachtflug.

Sonnenaufgang

 Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Rasch ist es Tag. Der Flug wird noch weitere rund 7 Stunden dauern. Durch den Gegenwind sind wir etwas langsamer als vorgesehen.

Sicht von Aussen

Zur Zeit des Sonnenaufganges befinden wir uns hier in diesem Teil der Welt über de Ozean.

Karte mitten über dem Ozean

Einen grossen Teil des Steuerkurses auf dem Weg nach Oakland bewegt sich zwischen 046 und 054. wir fliegen über die schier endlose Weite über den Stillen Ozean. Es hat hier kaum Luftverkehr und es scheint als wären wir die einzigen hier in dieser Gegend. Auch am Funk ist es ruhig.

Cockpitsicht

Nach 10 Stunden Flug, zwei grossen Sandwichesbrötchen, einem Bibeli und etwas Ragusaschoggi, ist am Horizont endlich der Küstenstreifen von Kalifornien zu erkennen. Neben Wasser, Himmel und etwas leichter Bewölkung gibt es seit Tagesanbruch nichts zu sehen. Einzig auf den Instrumenten gibt es Abwechslung. Die Wegpunkte die wechseln, die Anzeige des Windes und den Treibstoffstand den es zu kontrollieren und nachzurechnen gibt.

Land in Sicht

Küste

Inselchen

Karte Küste von Kalifornien

Küste von Kalifornien

Es ist schön wieder über Festland zu Fliegen, da kann auch der Dunst die Freude nicht trüben.

Über dem Festland

Wir nähern uns nun schnell dem Ziel. Links unten ist schon die Golden Gate Bridge zu sehen. Trotz denn Landevorbereitungen und dem vielen Verkehr in der Luft, soviel Zeit nehme ich mir um diese Aussicht zu geniessen.

Golden Gate Bridge

Golden Gate Bridge Aussen

Anflug auf Oakland

ILS Anflug LOC RWY 12,  111.9 I-AAZ

Anflug mit Karte

Anflug auf Oakland

Hindergrund mit Golden Gate Brigde

Anflug auf Oakland

Kurz vor der Landung

Die letzten Meter bis zu Landung und dann ist es geschafft. Jetzt noch eine schöne Landung trotz dem Seitenwind und über 12 Stunden Flug.

Kurz vor der Landung

Noch wenige Meter

Landung auf der RWY 12

Geschafft! Ich bin zurück! Der PC12 und ich haben die Weltumrundung auf der Route von Amelia Rose Earhart geschafft.

Geschafft, Ausrollen

Einbiegen auf den Rollweg

Rollen zum Parking

Geparkt

Parking

Eine lange und sehr interessante Reise ist zu Ende. Vieles habe ich erlebt, sehr vieles gesehen. Bin über viele Gebiete und Länder geflogen, die ich sonst wohl kaum überflogen oder wo ich kaum gelandet wäre.
Der PC-12 ist ein tolles Flugzeug das wunderschön zu Fliegen ist und mit dem ich diese Weltumrundung ohne nennenswerte Probleme durchführen konnte. In dieser Zeit habe ich mit dem PC-12 48'030 km, das sind 25'934 NM, in 122 Stunden Flugzeit zurück gelegt, .

Ich hoffe, ich konnte Dich mit diesen Berichten etwas teilnehmen lassen an dieser speziellen Weltumrundung zu Ehren von Amelia Mary Earhart, die es leider im Jahre 1937 nicht ganz geschafft hat. Einige Eindrücke und Gedanken zu diesem Flug werde ich hier auf diesen Seiten noch Schreiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

15 Bonriki - Cassidy

Bonriki NGTA - Cassidy Intl, Christmas, PLCH

Die Flugroute ist so gewählt, dass ich heute an den Howland Insel vorbei fliegen werde. Die Insel, die 1937 Amelia Mary Earhart nie erreicht hat.
Schon vor 6.00 Uhr Morgens war ich am Airport für die Vorbereitung zu diesem Flug. Hier ist es um diese Zeit schon recht hell.

Airport Bonriki

Airport Bonriki

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel und den Flugvorbereitungen hier, hebt die PC12 um 06:23 Uhr ab. Die Flugzeit bis zu der Howland Insel wird ziemlich genau 3 1/2 Stunden dauern. Der ganze Flug etwas mehr als 8 Stunden.

Start

Flug

Flug

Flugroute

Sicht seitlich aus Cockpit

Die Sicht nach unten ist auch heute dunstig und teilweise leicht bewölkt.

Flug

Auf der Flugnavigationskarte, dem EFB, ist schon die Howland Insel zu erkennen. Hier in dieser Gegend ist im Jahr 1937 Amelia Mary Earhart verunglückt. Was genau geschehen ist, ist bis heute nicht bekannt. Die geplante Flugzeit von Amelia wurde auf 19 Stunden berechnet. Sie wollte von Lea direkt zu den Howland Insel fliegen. Bekannt ist, dass der eingebaute Zusatztank in der Electra randvoll war und für 21 Stunden Flug reichen sollte. Diese Tank im "Passagierraum" gab Treibstoffdämpfe ab. Amelia klagte schon bei früheren Flüge über Übelkeit durch den Geruch während des Fluges. Der geplante 19 stündige Flug musste sehr anstrengend gewesen sein, da die Electra nach meinem Wissen keine autopilotähnliche Funktion hatte. So musste sie den ganze Flug manuell auf Kurs halten.
Da habe ich es heute schon einfacher. Der PC12 ist mit einem sehr guten Autopilot und guten GPS Navigationsgeräten ausgerüstet. Der PC12 wird damit hervorragend auf Kurs gehalten. Ich brauche im Moment nur die Instrumentenanzeige im Auge zu behalten.

Mit an Board habe ich das Taschenbuch "Amelia Earhart, Der Traum von der grenzenlosen Freiheit". Ich habe soeben den Bericht von ihrem Flug den sie am 1 Juli 1937 um 10:00 Uhr, GMT 0.00 Uhr, Lokalzeit in Lae startete ein weiteres mal gelesen .  Das Wetter war alles andere als ideal. In einem Funkspruch sagt sie es sei bewölkt und  unbeständig. Sie flog als Folge der Wolken recht tief. Ich kann mir vorstellen, dass auch die Müdigkeit die Konzentration beeinträchtigte. 20 Stunden nach ihrem Start, hatte sie die Howland Insel noch immer nicht erreicht. In ihrem letzten sehr kurzen Funkspruch sagte sie, dass sie auf 1000 Fuss fliege und der Treibstoff zu Ende ginge. Die genaue Position konnte von der Besatzung des Schiffes das in der Nähe der Howland Insel geparkt war nicht ermittelt werden, da der Funkspruch zu kurz war.

Meine Gedanken sind bei Amelia Mary Earhart und ihrem Flug von 1937. Ich denke aber auch an Amelia Rose Earhart, die letztes Jahr mit ihrem PC12 NG auf dieser Flugroute im Andenken an ihre Namensvetterin unterwegs war.

Karte  mit Insel Howland

Die Howland Insel ist inzwischen auch im Meer zu sehen. Die Reiseflughöhe durften wir verlassen und können die Insel in 18'000 fuss überfliegen.
Mit dem Überfliegen der Insel überfliegen wir auch die Zeitzone. Der Start in Bonriki war am 25.11.2015 und nun über den Howland Insel haben wir den 24.11. Das neue Datum wird auf unsern Instrumenten auch richtig angezeigt. Wir fliegen quasi in die Vergangenheit. Wir sind am 25. in Bonriki gestartet und werden einen Tag früher, am 24. in Cassidy landen.

Insel Howland in Sicht

Insel Howland in Sicht

Howland Insel aus dem Cockpit

Überflug Howland Insel

Die Howlandinsel liegt 3049 km südwestlich von Honolulu, etwa auf halber Strecke von Hawaii nach Australien, und befindet sich nur 88,7 km nördlich des Äquators. Von der benachbarten Bakerinsel ist sie 68,3 km entfernt. Die Howlandinsel stellt ein gehobenes Atoll dar und ist vollständig von einem Korallenriff eingesäumt. Die heute unbewohnte Insel hat eine Landfläche von 1,84 km² und erreicht eine Höhe von nur sechs Metern. Es gibt keine natürlichen Süßwasserquellen.
Die Insel bildet zusammen mit der Bakerinsel die einzige Landfläche mit der Zeitzone UTC-12 (International Date Line West, IDLW). Die Howlandinsel ist diejenige Landfläche der Erde, die (mit 386 km) die geringste Entfernung zum Erdgegenpunkt, dem Schnittpunkt des Äquators mit dem 180°-Meridian aufweist.
Die Flugpionierin Amelia Earhart wollte bei ihrer Weltumrundung per Flugzeug 1937 auf der Howlandinsel zwischenlanden, kam dort aber nie an. Sie gilt seither als verschollen. 1938 wurde ihr zu Ehren dann auf der Howlandinsel ein Signalturm, der in seiner Form einem Leuchtturm nachempfunden ist, erbaut.
Quelle: Wikipedia

Für mich geht der Flug nun weiter Richtung Cassidy. Das Ziel liegt noch rund fünf Stunden entfernt.

Weiterflug

Weiterflug

Cockpitsicht

Der Mond steigt inzwischen aus dem Meer. Bis zum Flugplatz sind es noch 34 Minuten. Die Insel die wir ansteuern ist aus dem Cockpit noch nicht zu sehen.

Mondaufgang

Die Sonne steuert dem Meer zu. Die Vorbereitung für die Landung sind im Gang.

Im Abendlicht

Insel in Sicht

Im Abendlicht

Anflug

Die Landepiste liegt hinter dem Wald. Ich werde am Schluss sehr tief über die Bäume fliegen müssen um auf die RWY 08 zu kommen.

Anflug

Karte Anflug

Anflug

Landung

Landung

Rollen zum Parking

Ein schöner aber auch langer Flug geht für heute zu Ende. Heute am 24.11. nachdem ich heute am 25.11. gestartet bin. Eine ungewohnte Situation, die ich zum ersten mal so erlebt habe. Ich denke an die Geschichte "Um 80 Tage um die Welt". Der gewonnene Tag brachte schliesslich den Erfolg von diesem Vorhaben. Genug nun über Zeitverschiebung und Vergangenheit. Ich brauche nun eine Dusche, ein gutes Essen und dann ein Bett!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

16 Cassidy - Honolulu

Christmas Iland , Cassidy, PLCH - Honolulu, PHNL

Die heutige Route ist schon die Zweitletzte. Mit knapp 51/2 Stunde ein kürzerer Flug. Diese geht wieder ganz über das Meer. Ausweichplätze unterwegs gibt es nur einen, in Palmyra, PLPA. Die Piste ist dort aber nur 6000x195 feet.
Die Flugroute ist heute nicht sehr anspruchsvoll. 

 Flugroute mit 1. Wegpunkt

 05:30 Uhr bin ich auf dem Flugplatz für die Flugvorbereitung.

Flugvorbereitung

Die aktuellen Wetterinfos

Wetterinfos

Rollfeld

Rollen zum Start

06:12 Uhr Ortszeit heben wir ab.

Start

Flug zum Wegpunkt

Flugplatz aus dem Cockpit

Eindrehen auf Kurs

Wir werden auch heute vom Mond noch etwas begleitet.

Sicht zum Mond

Vollmond

Gegenüber steht schon hoch oben die Sonne.

Die Sonne steht schon hoch

Flugkarte und 1. Wegpunkt

Gegen unten wird die Sicht im Laufe des Fluges etwas durch die Wolken abgedeckt. Der Flug läuft wie erwartet aber problemlos.

Flug über den Wolken

Der grösste Teil des heutigen Fluges liegt nun schon hinter uns und wir nähern uns Honolulu.

Flugkarte

 Wir werden auf der RWY 04R landen. Ich bereite mich für die Landung vor.

Flugplatz in Sicht

 Anflug auf die 04R

Honolulu ist eine sehr bekannte Insel. Für mich ist es die erste Landung und der erste Besuch hier. Honolulu Airport Intl. ist ein sehr grosser Airport und verfügt über 4 Hartbelag Landebahnen.

Die Längste ist die 08L mit 12' 300 X 150 feet. Die Kürzeste die 04L mit 6950 x 150 feet. Uns wurde die 04R mit 9000 X 150 feet zugewiesen. Für den Anflug wird dabei die 08R angeschnitten und überflogen.

Anflugkarte 

Anflug

Landeanflug

Anflug

Auf Landekurs

Überflug Piste 04R

 Anflug mit Hochhäuser im Hintergrund

 Kurz vor der Landung

Landung

Ausrollen

Rollen zum Parking

Unser Parking liegt an der 04R im C, GA Bereich. Die Terminals der Linienflüge liegt auf der gegenüber liegender Seite des Airports,

Parking

Sicht Richtung Terminal

Die reine Flugzeit war heute 05:56 Stunden. Rund 26 Minuten länger als berechnet.
Der nächste Flug bringt uns dann zurück nach Oakland und wird zugleich auch der längste Flug sein.

14 Lae - Bonriki

Lae Nadzab AYNZ - Tarawa Bonriki Intl, Kiribati, NGTA

Von hier startete am 2.Juli 1937 Amelia Mary Earhart und ihr Navigator Fred Noonan mit ihrer Lockhead Electra mit dem Ziel der Howland Insel. Dort kamen sie nie an. Bis heute ist nicht bekannt was genau vorgefallen war. Die Flugzeit wurde mit 19 Stunden berechnet. Die Startzeit war um 0.00 Uhr GMT, Lokalzeit 10 Uhr morgens.  Dies wurde so gewählt, da sie auf ihrem Flug auch die Datumslinie überflogen. Auf ihrer Weltumrundung zu Ehren und Gedenken an Amelia Mary Earhart, startete am 08. Juli 2014 Amelia Rose Earhart und ihr Copilot Shane Jordon mit einem PC12 NG.  Die Flugzeit wurde von ihnen kürzer angesetzt und sie legten deshalb in Bonriki International Airport, einen Zwischenhalt ein.  Der Flug an den Howland Insel vorbei, erfolgte einen Tag später. Mein Flug führte mich deshalb auf der Route von Amelia Rose nach Bonriki.
Weshalb Amelia Mary Earhart 1937 den sehr langen Flug bis zu den Howland Insel flog, hängt möglicherweise mit der politischen und kiegerischen Situation zusammen. Die Howland Insel waren schon damals amerikanisches Hoheitsgebiet und somit sicherer.

6.00 Uhr Ortszeit am Airport.

Morgens früh Parking

Eindrehen auf Startbahn

Startbereit

Takeoff 6:21 Uhr Ortszeit.

Start

Blich Richtung lugplatz Lae

Es ist auch heute neblig und dunstig.

Flug über dem Nebel

Über dem Nebel

Nebel in Täler

Über dem Meer, vorbei an zahlreichen grösseren und kleineren Inseln. Die Route führt fast schnurgerade nach Bonriki.

Über dem Meer

Über dem Meer

Der Flug dauert heute über 7 Stunden. Im Cockpit läuft alles normal. Zeit für eine kleine Mahlzeit und als Zuckerstösschen ein Ragusa. Meine Freunde wissen natürlich, dass  ich diese neben den Biberli immer dabei habe.

Kleines Inselchen

Die Sicht nach unten ist heute sehr durchzogen und eher neblig, bewölkt.

Wieder über dem Nebel

Unsere Insel ist durch den Dunst in Sicht.

Insel in Sicht

Anflug

Die Sonne zieht Richtung Horizont

Abflugkarte

Mit den letzten Sonnenstrahlen geht es der Piste zu.

Anflug im Sonnenlicht

Anflug

Landung

Rollen

Parking in Bonriki

Sonnenuntergang

Zeit ins Hotel zu fahren. Der Flug dauerte heute 7:20 und ging problemlos. Wir kämpften zwar immer etwas gegen den Wind der aus 057° und so mit 13 - 14Kts, uns leicht seitlich traf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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